Geologische Rohstoffe
Nutzung des Untergrundes

Urangewinnung in Deutschland

Das radioaktive Uran kommt in der Natur beispielsweise als Pechblende vor. Es wird heute in hochangereicherter Form in Brennstäben zur Stromerzeugung in Kernkraftwerken benötigt. Bereits im 19. Jahrhundert wurde Uran in einigen erzgebirgischen Gruben als Nebenprodukt für die Farbenherstellung gewonnen. In Joachimsthal erreichte der Abbau frühzeitig industrielle Ausmaße. Die beiden französischen Nobelpreisträger Marie und Pierre Curie nutzten große Mengen von Aufbereitungsrückständen aus Joachimsthal für ihre Entdeckung der beiden radioaktiven Elemente Polonium und Radium. Neben der Radiumgewinnung zur Farbenherstellung wurden radioaktive Wässer aus den Gruben zum Aufbau eines bis heute andauernden Kurbetriebes genutzt.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde in Ostdeutschland Uran industriell abgebaut. Bis 1990 gewann man über 230.000 Tonnen Uran, das in aufbereiteter Form hauptsächlich in der sowjetischen Atomindustrie verwendet wurde. Ungenutzte Vorkommen gibt es auch im Bayerischen Wald und im Schwarzwald. Sie wurden aber nur versuchsweise und nie im industriellen Maßstab abgebaut. Australien, Kanada und Russland sind heute die größten Förderländer für Uran.

Das Bild zeigt zwei Erzgänge aus dem Erzgebirge in denen Uran vorkommt: (links) Gang mit Quarz, Kalzit und violetten Fluorit sowie (rechts) Karbonat (kalziumreiches Gestein) und Goethit (eisenreiches Mineral). Die Gänge sind über 100 Mio. Jahre alt. (Quelle: Geomartin)

Pechblende aus dem sächsischen Erzgebirge: aus diesem Gestein kann Uran gewonnen werden. (Quelle: Geomartin)